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Welche Behandlung hilft gegen Schwitzen – miraDry®, Botox® und OPs im Vergleich

Keine Frage, Schwitzen ist für die Regulierung der Körpertemperatur sehr wichtig. Wenn die Umgebungstemperatur ansteigt, produzieren die 2-4 Millionen Schweißdrüsen des Körpers ein dünnflüssiges Sekret, hauptsächlich an Achseln, Handflächen und Fußsohlen, um eine gleichbleibende Körperkerntemperatur zu erhalten. Allerdings gibt es neben dem normalen Schwitzen auch übermäßige Schweißbildung. Bei der Hyperhydrosis schwitzen Betroffene sehr viel, auch wenn es gar nicht heiß ist. Aber auch wenn man nicht übermäßig schwitzt, treten Schweißflecken unter den Achseln immer zur Unzeit auf, vor allem wenn wir gestresst sind. Hinzu kommt noch die unangenehme Geruchsbildung. Deodorants helfen nur bedingt und haben Nachteile: Sie enthalten Chemikalien, die wir nicht unbedingt an unseren Körper heranlassen wollen, sie verursachen Flecken auf der Kleidung und müssen über den Tag hinweg immer wieder angewendet werden. Aber es gibt verschiedene Methoden, die Achselschweißbildung zu reduzieren. Vor allem miraDry® und Botox® werden momentan gegen Schwitzen eingesetzt. Aber auch Operationen können durchgeführt werden. Doch wie funktionieren die verschiedenen Methoden? Wirken sie? Und welche Risiken oder Nebenwirkungen gibt es?

Welche Operationen gibt es gegen Schwitzen?

Lange Zeit waren Operationen die einzige Möglichkeit, übermäßiges Schwitzen an den Achseln zu stoppen. Alle Operationen, dagegen durchgeführt werden, entfernen Schweißdrüsen chirurgisch. Hierfür gibt es verschiedene Methoden: Exzision, Kürettage, Laserchirurgie, Liposuktion oder Sympathektomie.

Exzision

Bei der Exzision wird die Haut, die übermäßig Schweiß produziert, weggeschnitten. Hierbei entstehen große Wundflächen, die wieder verschlossen werden müssen und sichtbare Narben hinterlassen, was wiederrum die Schulterbeweglichkeit einschränken kann. Auch Wundheilungsstörungen können auftreten, weshalb die Hautexzision kaum mehr angewandt wird.

Kürettage

Bei der Kürettage wird über einige kleine Schnitte ein endoskopisches Instrument unter die Hautoberfläche geschoben und die Schweißdrüsenschicht ausgeschabt. Die entfernten Schweißdrüsen werden direkt abgesaugt. Somit entstehen kaum sichtbare Narben und die minimal-invasive Operation ist relativ schonend für den Körper. Die Behandlung kann ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Allerdings ist in seltenen Fällen eine weitere Operation nötig. Der Patient kann nach dem Eingriff etwa eine Woche lang nicht arbeiten und trägt in dieser Zeit Verbände. Die Heilungszeit beträgt drei bis vier Wochen und es sollte etwa fünf Wochen lang kein Sport getrieben werden.

Laserbehandlung

Eine Variante dieser Operationsmethode ist die Schweißdrüsenentfernung per Laserbehandlung. Auch diese Operation ist minimal-invasiv, nur wird statt eines Instruments zur Ausschabung ein Laser unter der Hautoberfläche eingeführt. Die Schweißdrüsen werden durch Erhitzung zerstört und vom Körper abgebaut. Somit ist diese Behandlung schonender als die Kürettage. Normalerweise kommt es nur zu leichten Schwellungen oder blauen Flecken, die recht schnell wieder abklingen.

Liposuktion

Auch bei der Liposuktion werden einige kleine Schnitte im Bereich der Achsel gemacht. Hierdurch wird ein endoskopisches Instrument eingeführt, das das oberflächliche Fettgewebe mitsamt den Schweißdrüsen entfernt. Auch diese Operation wird ambulant mit Lokalanästhesie durchgeführt.

Sympathektomie

Ein weitaus größerer Eingriff ist die Sympathektomie, bei der die Nerven, die Impulse an die Schweißdrüsen weiterleiten, zerstört werden. Hierbei muss allerdings eine Vollnarkose vorgenommen werden. Der Arzt führt dann eine Kamera endoskopisch durch die Brust in die Achsel ein. Dann muss die Lunge für kurze Zeit stillgelegt werden, damit die Nerven zerschnitten werden können. Hierbei handelt es sich um einen weitaus riskanteren chirurgischen Eingriff.

Botox® als Alternative zu Operationen

Was ist Botox®?

Botulinumtoxin A, kurz Botox® genannt, ist ein neurotoxisches Protein, dessen Giftwirkung die Übertragung von Impulsen zwischen Nervenzellen unterbindet. In den letzten Jahren wurde es vor allem zur Faltenbehandlung eingesetzt. Aber es kann auch injiziert werden, um die Signalübertragung der Nervenenden auf Schweißdrüsen zu blockieren. Dies hat zur Folge, dass die Schweißdrüse keinen Schweiß mehr produziert.

Wie läuft eine Botox®-Unterspritzung gegen Schwitzen ab?

Die betroffene Fläche wird zuerst desinfiziert und die Injektionspunkte markiert. An den Achseln werden pro Seite etwa 20-25 Injektionspunkte gesetzt. Botox® wird oberflächlich eingespritzt. Hierbei können leichte Schmerzen auftreten. Nach der Behandlung sollte der Patient einen Tag keinen Sport treiben, keinen Alkohol zu sich nehmen, und auch keine aspirinhaltigen Medikamente. Als Nebenwirkungen können kleine oberflächliche Blutergüsse auftreten und rote Stellen entstehen. Nerven werden lediglich für die Dauer der Wirkungszeit von Botox® geschwächt. Auch Fühl- und Tastsinn können nicht beeinträchtigt werden. Es sind keine langfristigen Nebenwirkungen bekannt und es ist auch keine Erholungsphase nach der Behandlung nötig.

Wie effektiv ist Botox® gegen Schwitzen?

Eine Botox®-Behandlung vermindert die Schweißbildung deutlich. Da die Schweißdrüsen aber intakt bleiben, können teilweise weiterhin unangenehme Gerüche unter den Achseln entstehen. Außerdem muss die Behandlung mit Botox® alle ca. sechs Monate wiederholt werden, da die Impulsübertragung von der Nervenzelle zur Schweißdrüse dann wieder langsam einsetzt.

Botox® gegen schwitzende Hände und Füße

Es gibt Patienten, die unter übermäßiger Schweißbildung an Händen oder Füßen leiden. Für sie ist Botox® die einzige Behandlungsmethode. Eine Operation oder die Behandlung mit miraDry® ist an diesen Körperstellen nicht möglich. Bei der Botox®-Behandlung an Händen und Füßen wird Botox® wie bei der Achselbehandlung ganz oberflächlich in die Haut injiziert. Es entstehen kleine Bläschen. Die Flüssigkeit wird vom Gewebe in etwa 20 Minuten aufgenommen und die Bläschen verschwinden wieder. Da die zu behandelnde Stelle mit einer starken Crème örtlich betäubt wird, verursacht die Behandlung kaum Schmerzen.

Schweißbehandlung mit miraDry®

Was ist miraDry®?

Eine miraDry®-Behandlung blockiert nicht nur die Signalübertragung zwischen Nerv und Schweißdrüse, sondern entfernt durch elektromagnetische Energie 70-90 % der Schweißdrüsen an den Achseln. Hier befinden sich etwa 2 % der Schweißdrüsen des ganzen Körpers. Wenn diese Schweißdrüsen entfernt werden, schwitzt man an allen anderen Körperstellen weiter wie bisher und die Temperaturregulierung des Körpers wird in keiner Weise eingeschränkt. Somit ist miraDry® eine sehr schonende Alternative zu operativen Eingriffen.

Wie läuft eine miraDry®-Behandlung ab?

Die Achseln werden zuerst örtlich betäubt und dann mit einem temporären Tattoo markiert. Dann wird ein Handstück auf das Tatoo aufgelegt. Ein Vakuum wird erzeugt, damit das Handstück so dicht wie möglich an die Haut und Schweißdrüsen herankommt. Die durch elektromagnetische Energie erzeugte Wärme führt zur Zersetzung der Schweißdrüsen im Achselbereich. Das Gewebe wird vom Körper einfach abgebaut. Anderes Gewebe kann nicht beschädigt werden. Während der Behandlung wird die Haut gekühlt, damit für den Patienten keine unnötigen Schmerzen entstehen. Die miraDry®-Behandlung dauert ungefähr eine Stunde. Auch nach der Behandlung kommt es kaum zu Schmerzen. Sport kann nach einigen Tagen wieder getrieben werden, wobei Schwellungen, ein Taubheitsgefühl, Druckstellen und Empfindlichkeit auftreten können. Weltweit wurden bisher etwa 150.000 miraDry®-Behandlungen durchgeführt. Somit gilt die Behandlung als sehr sicher und es ist die einzige Behandlung gegen Achselschweiß, die von der Food and Drug Administration, der Lebensmittel- und Arzneimittelüberwachungsbehörde der USA, zugelassen ist.

Ergebnisse mit miraDry®

Die Behandlung mit miraDry® ist extrem effektiv. Danach tritt keine Schweißbildung und auch keine Geruchsbildung mehr auf. Die Behandlungsergebnisse halten ein Leben lang an. Das Ergebnis ist unmittelbar und dauerhaft, da die Schweißdrüsen entfernt werden. Die meisten Patienten benötigen nur eine einzige Behandlung, allerdings sollte dies vorab mit dem behandelnden Arzt besprochen werden und er erstellt einen Behandlungsplan. Danach muss die Behandlung nicht wiederholt werden. Klinische Studien haben eine Schweißreduktion von 82 % nach einer Behandlung festgestellt.

Ein Vergleich der verschiedenen Behandlungen

Operationen sind immer eine Belastung für den Körper

Es ist schwierig, allgemein zu sagen welche Behandlung für den einzelnen Patienten die beste ist. Dies sollte auf alle Fälle im Gespräch mit dem Arzt geklärt werden, aber generell kann man die folgenden Vor- und Nachteile feststellen. Eine Operation ist zunächst immer ein Eingriff für den Körper, auch wenn sie minimal-invasiv ist. Somit sollte sie, wenn möglich, vermieden werden, da immer Nebenwirkungen und Komplikationen auftreten können und der Körper belastet wird.

Botox® und miraDry® am besten für die meisten Patienten

Die Behandlungen mit Botox® und miraDry® sind für den Körper weitaus schonender und reduzieren die Schweißbildung trotzdem deutlich. Der Preis einer miraDry®-Behandlung entspricht in etwa drei Botox®-Behandlungen. Wie bei einer Operation hält der Effekt ein Leben lang an. Somit ist miraDry® auf lange Sicht kostengünstiger als die Behandlung mit Botox®. Da miraDry® die Schweißdrüsen komplett entfernt, kommt es nach Behandlungsabschluss auch nicht mehr zu Geruchsbildung und Patienten berichten, dass sie nach der Behandlung überhaupt kein Deodorant mehr benützen müssen. Außerdem gibt es einen schönen Nebeneffekt. Die Wärme, die in der miraDry®-Behandlung die Schweißdrüsen entfernt, zerstört teilweise auch Haarfolikel, so dass viele Patienten von einer Minderung der Haare im Achselbereich berichten. Dies ist bei den operativen Eingriffen auch der Fall. Die Behandlung mit Botox® muss regelmäßig wiederholt werden, die miraDry®-Behandlung und operative Behandlungen sind dauerhaft. Nachdem die Behandlung abgeschlossen ist, hält die Wirkung ein Leben lang an und muss nicht wiederholt werden. Beide Behandlungen sind deutlich sicher als eine Operation, sie sollten immer von Ärzten vorgenommen bzw. beaufsichtigt werden, aber da die Behandlung mit miraDry® etwas invasiver ist, können Schwellungen einige Tage länger anhalten als bei der Behandlung mit Botox®. Wenn Patienten unter übermäßiger Schweißbildung an Händen oder Füßen leiden, ist die Botox®-Behandlung die einzige Methode, um Abhilfe zu schaffen.

Das Fazit

Für die meisten Patienten ist miraDry® die beste Option, um Achselschweiß für immer loszuwerden. Allerdings gibt es Patienten, für die eine Botox®-Behandlung geeigneter ist. Wenn Hände oder Füße behandelt werden sollen, kann dies nur mit Botox® erfolgen. Operationen und auch die Behandlung mit miraDry® ist an diesen Stellen nicht möglich. Eine Operation zur Entfernung der Schweißdrüsen an den Achseln ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen. Machen Sie am besten einen Termin mit unseren Ärzten, die mit den verschiedenen Methoden viel Erfahrung haben, um herauszufinden, was für Sie die beste Behandlung ist. Aufgrund Ihrer medizinischen Vorgeschichte, Ihren Anliegen und Wünschen, können wir dann ganz individuell die richtige Lösung für Sie finden.

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