Haartransplantation in Deutschland vs. Ausland

Männer und auch Frauen, die von Haarausfall betroffen sind, entscheiden sich immer häufiger für eine Haartransplantation. Dafür werden sogenannte Spenderhaare von anderen Stellen des Körpers entnommen und an der gewünschten Stelle implantiert

Deutschland:

Deutsche Expertenverbände raten in ihren Leitlinien, entsprechende Eingriffe nur von Ärzten, die über die dafür nötigen Qualifikationen verfügen, durchführen zu lassen. Behandeln sollen also Fachärzte, deren Facharztanerkennung in einem operativen Bereich (plastische Chirurgie, Dermatologie, allgemeine Chirurgie, HNO, oder ähnliches) liegt und die zusätzliche eine Weiterbildung speziell im Bereich der Haartransplantation abgeschlossen haben.

Patienten sollten außerdem darauf achten, dass der behandelnde Mediziner Erfahrungen auf dem Gebiet der Haartransplantation hat und gegebenenfalls um Referenzen bitten. Damit kann sichergestellt werden, dass der Eingriff auf der Basis ausreichenden theoretischen und praktischen Wissens durchgeführt wird.

In Deutschland werden dann vorrangig 2 verschiedene Methoden der Haartransplantation angeboten.  Die FUT (Follicular Unit Transplantation) – und die FUE (Follicular Unit Extraction) – Methode.

FUT- Technik

Hierbei werden die gesunden Haarwurzel eines gesamten Hautstreifens entnommen. Es wird dazu eine Stelle ausgesucht, die nicht von Haarausfall betroffen ist, wie es beispielsweise häufig am Hinterkopf der Fall ist. Aus dem gewählten Hautstreifen werden dann sogenannte Haarwurzelgrüppchen entnommen und diese dann für die Verpflanzung auf die von Haarausfall betroffene Stelle vorbereitet. Zwar bleibt an der Entnahmestelle eine Narbe, doch die kann von umliegenden Haaren kaschiert werden. Deshalb ist diese Methode auch eher für Langhaarträger geeignet.

FUE-Technik

Für die FUE-Methode werden einzelne Haarwurzeln unter Zuhilfenahme von Hohlnadeln oder Hohlbohrern entnommen. Die entnommenen Wurzeln heißen „Grafts“ und bestehen aus maximal fünf Haaren. Sie werden ohne weitere Unterteilungen verpflanzt und es bleibt nach ihrer Entnahme keine sichtbare Narbe zurück. Weil die Haare an der Stelle der Entnahme allerdings stark gekürzt werden müssen, ist diese Methode eher für Menschen mit Kurzhaarfrisuren geeignet

Ablauf der Haartransplantation

Üblicherweise wird die Haartransplantation ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Vollnarkosen sind hierbei eher die Ausnahme.

Je nachdem mit welcher Entnahmetechnik gearbeitet wird, wird der Entnahmebereich rasiert und anschließend entweder der Hautstreifen mit Spenderhaar oder „Grafts“ entnommen.

Um ein Austrocknen des Entnommenen Haarteils zu verhindern, wird es in einer medizinischen Lösung zwischengelagert. Um ein natürliches Ergebnis zu erzielen, werden scheinbar zufällige Öffnungen für die Transplantate im zu behandelnden Gebiet angelegt. Abschließend werden die Transplantate dort eingesetzt.

Üblicherweise kann der Eingriff zwischen zwei und acht Stunden andauern. Eventuell sind mehrere Sitzungen, denen jeweils bis zu 4.000 Grafts transplantiert werden, erforderlich.

Pro Graft geht man in Deutschland durchschnittlich von einem Preis von 3,29 Euro für den Patienten aus.

Haartransplantation in der Türkei

In der türkischen Stadt Istanbul gibt es mehr Haarkliniken als in jeder anderen Stadt der Welt. Auch in der Türkei ist Istanbul der Ort der Wahl, wenn es um Haartransplantationen geht. Aufgrund der hohen Konkurrenz vor Ort, kann man mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis rechnen.

Bei einer Haartransplantation in der Türkei wird, bis auf wenige Ausnahmen, ausschließlich mit der FUE-Technik gearbeitet, weshalb die Kosten des Eingriffs entsprechend der Anzahl der transplantierten Grafts abgerechnet wird. Ein Graft kostet in der Türkei zwischen 1,10 Euro und 2,00 Euro. Der Preis ist in Deutschland und Österreich beinahe doppelt so hoch.

Zusätzlich fallen Kosten für Flug, Hotel und Transfer an, da es inzwischen aber viele entsprechende Pauschalangebote gibt, sind die Kosten selbst damit häufig geringer als der Preis für eine Behandlung in Deutschland.

Vorsicht gilt aber besonders in Bezug auf versteckte Zusatzkosten: Nachbehandlungen, die erste Nachkontrolle ausgeschlossen, sind meistens nicht im Preis eingerechnet und kosten, wie in manchen Fällen die deutschsprachige Betreuung, extra.

Die niedrigeren Preise lassen sich aber vorrangig durch die niedrigen Stundenlöhne des Klinikpersonals und der Fachärzte erklären. Die Anlagen und Instrumente, die hier zum Einsatz kommen, haben weltweit die gleiche Garantie.

Wie bereits erwähnt ist es auch die bemerkenswerte Konkurrenz vieler, auf Haartransplantationen spezialisierter, Kliniken, die sich preissenkend auswirken.

Worauf sollte man achten:

In typischen Fällen reist der Patient an Tag 1 an, bezieht sein Hotelzimmer und stellt sich zum Vorgespräch in der Klinik vor. Oft erfolgt zusätzlich ein Bluttest, da Kliniken die Behandlung von Patienten mit HIV, Syphilis, Hepatitis, o.ä. ausschließen.

An Tag 2 wird die Behandlung durchgeführt. An Tag 3 gibt es ein eventuelles Nachgespräch und eine Kontrolle der behandelten Stelle.

Viele Anbieter von Pauschalangeboten ermöglichen die Unterbringung in einem 5 – Sterne Hotel und organisieren vorab einen Transferservice. Andererseits ist zu beachten, dass im Falle einer Komplikation keine mit dem Heimatland vergleichbare Gewährleistung oder Nachbehandlung garantiert werden kann.

Um negative Erfahrungen mit einer Haartransplantation im Ausland zu vermeiden, sollte man einige Punkte beachten.

So ist es wichtig, sich vor der Entscheidung für eine Klinik umfassend zu informieren und Erfahrungsberichte einzuholen.  Das ist beispielsweise in speziellen Foren möglich. Die meisten Kliniken bieten auch eine telefonische Beratung an, oder Konsultationen via Webcam.

Achten sie bei der Auswahl des behandelnden Chirurgen darauf, dass dieser ausreichend Erfahrung hat und über entsprechende Zertifikate verfügt.

Obwohl Haartransplantationen in der Türkei generell deutlich günstiger als in Deutschland ausfallen, sollte man sich nicht nur am Preis orientieren. Achten sie darauf, dass moderne Verfahren zum Einsatz kommen und halten sie sich an die Nachsorge Anweisungen der behandelnden Ärzte.

Einige der Kliniken in der Türkei haben Partnerkliniken in Europa, teilweise auch in Deutschland. Es bietet sich an, hier vorab Informationen einzuholen.

Kosten für Haartransplantationen international:

Die Kosten für eine Haartransplantation in Indien sind beispielsweise geringer noch als im Falle der Türkei. Hierbei ist aber zu beachten, dass die Kosten für An- und Abreise um ein Vielfaches höher ausfallen, als für eine Reise in die Türkei.

  • Türkei: es ist mit Kosten von € 1.500 bis ca. € 2.500 zu rechnen.
  • Großbritannien: es ist mit Kosten von € 5.500 bis € 10.000 zu rechnen.
  • Iran: es ist mit Kosten von € 1.500 bis € 2.500 zu rechnen
  • Deutschland: es ist mit Kosten von € 7.000 bis € 15.000 zu rechnen.
  • Indien: es ist mit Kosten von € 500 bis € 1.200 zu rechnen.
  • Kanada: es ist mit Kosten von € 5.000 bis € 12.000 zu rechnen.
  • USA: es ist mit Kosten von € 6.000 bis € 20.000 zu rechnen.
  • Australien: es ist mit Kosten von € 8.000 bis € 20.000 zu rechnen.
  • Thailand: es ist mit Kosten von € 2.500 bis € 4.000 zu rechnen.

Fazit

Wenn man als in Deutschland lebender Patient auf der Suche nach einer günstigeren Alternative zu Haartransplantationen hierzulande ist, dann gilt die Türkei als gute Option. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass jeder Patient im voraus die angebotenen Transplantationstechniken, Erfahrungsberichte und Preise genau recherchieren sollte, um das bestmögliche Ergebnis für sich selbst sicherzustellen.

 

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